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Foto-Wandkalender 2018 zum Thema Kinderschutz und Kinderrechte

Foto-Wandkalender 2018 zum Thema Kinderschutz und Kinderrechte

Mit ihren einfühlsamen und ästhetischen Bildern bringt Sophia Hauk die Themen Kinderschutz und Kinderrechte zu uns nach Hause. In ihrem Kalender Protestonaut erzählt sie von Missständen ohne dabei ihre ansteckend gute Laune zu verlieren.

 

kippie: Liebe Sophia, du arbeitest jetzt seit 4 Jahren infolge mit deinem Mann Alex an Eurem jährlichen Kalender Protestonaut, in dem ihr jedes Jahr ein anderes Thema gesellschaftskritisch beleuchtet. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Sophia: Wir wollten immer etwas Gemeinsames machen. Alex hat Politik studiert und lange als Journalist gearbeitet. Ich bin Fotografin und kann Ideen gut visualisieren. Ich wollte neben meiner Arbeit als Werbefotografin gerne etwas Nachhaltiges machen, mit dem ich im Kleinen vielleicht sogar etwas bewegen kann. Uns kam dann die Idee mit dem Protestonauten. Der Astronaut ist überwiegend positiv belegt, für viele ein Held und schwebt über unserem Planeten. Wir wollten eine Figur, die neutral ist. Jeder könnte jeder drin stecken.

kippie: Wie teilt ihr die Arbeit auf?

Sophia: Alex, mein Mann, recherchiert unsere Themen und macht die Pressearbeit und ich übernehme die fotografische Umsetzung. Er steckt auch meist in dem Astronautenkostüm.

kippie: Ihr habt Euch dieses Jahr dem Thema Kinder gewidmet. Warum?

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Sophia: Ich arbeite als Kinderfotografin schon lange mit Kindern zusammen. Für mich war es ein dringendes Anliegen, dieses Thema aufzugreifen. Die UN hat mit der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention einen wichtigen Meilenstein gelegt. Es fehlt aber auch ein Viertel Jahrhundert nach der Verabschiedung die nationale Umsetzung. Auch in Deutschland wurden Kinderrechte noch nicht explizit in das Grundgesetz aufgenommen. Mit diesem Projekt möchte ich darauf und auf andere Missstände aufmerksam machen.

kippie: Es geht also um Kinderschutz und Kinderrechte. Ihr habt den gesamten Kalender in Berlin fotografiert. Gibt es denn hierzulande so viele Missstände, dass man damit einen Kalender füllen kann?

Sophia: Ja, leider. Die Thematiken beziehen sich auf Kinderschutz und Kinderrechte weltweit. Jeder Monat beschäftigt sich mit einem anderen Thema. Außer Kinderarbeit, welche in Deutschland keine große Rolle spielt, sind alle Themen auch hierzulande relevant: Kinderarmut, Mobbing, der sicher Umgang mit sozialen Medien, eine kindgerechte Freizeitgestaltung um nur einige zu nennen. Bei der Auswahl der Themen Wir haben uns stark an den UN-Kinderrechtskonventionen orientiert und diese mit modernen Themen wie Social Media ergänzt.

kinderschutz & kinderrechte soziale Medien Protestonaut

 

kippie: Ihr unterstützt mit Eurem Kalender das deutsche Kinderhilfswerk.

 

Sophia: Genau, ein Euro pro verkauften Kalender spenden wir dem deutschen Kinderhilfswerk, die damit ganz vielschichtige Arbeit für Kinderrechte und Kinderschutz leisten.

kippie: Wer hat die Ideen zu den Fotos?

Sophia: Wir entwickeln das gemeinsam. Die Frage ist immer wie man ein Thema umsetzt, so dass trotz der schwierigen Themen, die wir verbildlichen, Fotos entstehen, die man sich gerne einen ganzen Monat anschauen möchte. Dann gibt es außerdem einen weiteren ethischen Aspekt, der mir wichtig ist: ich möchte niemanden zur Schau stellen. Deswegen habe ich beispielsweise das Thema „Kinder auf der Flucht“ ganz bewusst ohne geflüchtetes Kind fotografiert.

Kinder auf der Flucht Kinderschutz und Kinderrechte Protestonaut

kippie: Und die Umsetzung ist großartig. Das ist ein wunderschönes Foto geworden, das sofort klar macht, worum es geht. Mit wie vielen Kindern hast du gearbeitet?

Sophia: Mit 35 Kindern.

kippie: Verstehen die Kinder, was du machst?

Sophia: Die Eltern haben es den Kindern immer vorab schon erklärt, worum es geht. Vor dem Fotoshoot habe ich den Kindern auch die Motive noch einmal erklärt. Das war mir schon wichtig, dass die Kinder wussten, was wir machen. Die meisten Kinder fanden den Astronauten natürlich auch interessant. Sie durften dann auch den Helm mal aufsetzen oder die Handschuhe anziehen. Viele wollten dann noch ein extra Foto von sich und ihren Eltern mit dem Astronauten machen. Wir hatten viel Spaß. Hinten im Kalender gibt es auch ein Blatt mit Making Of Bildern.

kippie: Was habt ihr mit diesem Projekt für Resonanz bekommen?

Sophia: Durchweg positive. Wir lernen durch den Kalender vor allem ganz viele tolle Menschen kennen, die auch großartige Sachen machen. Wir verbinden uns durch diese Arbeit also auf einer anderen Ebene mit Menschen.

kippie: Was habt ihr durch die Arbeit an Euren Kalender gelernt?

Sophia: Weil uns Neutralität ganz wichtig ist, recherchiert Alex jedes Thema ganz genau. Wir verbreiten also mit dem Kalender keine Meinungen sondern Fakten. Dabei lernen wir natürlich auch. Wir waren oft erschrocken, welches Ausmaß die Missstände haben. In Deutschland beispielsweise gibt es 2,8 Mio. Kinder, die als armutsgefährdet gelten.

kippie: Was kostet der Kalender und wo kann man ihn kaufen?

Sophia: 18 Euro. Man kann ihn Amazon oder, wer den großen Versandhandel umgehen möchte, kann einfach per Mail bei mir direkt bestellen. Letzteres ist uns natürlich lieber.

kippie: Danke Sophia, dass du schwere Themen in schöne Bilder verwandelst. Wir hoffen, dass das helfen wird, unser Bewusstsein für die Missstände zu schärfen, welche Ihr in Eurem Kalender kritisiert.

 

Kinderschutz und Kinderrechte gehen jeden etwas an. 

Der Protestonaut 2018 ist hier erhältlich:

www.protestonaut.de

www.sophialukasch.com

 

 

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